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Studienfahrt Spanien der KS2

Sonntag, 20.09., Anreise/Bilbao:

Zu Beginn unserer Studienfahrt mussten Schüler wie Lehrer schon sehr früh das Weckerklingeln erdulden, da unser Zug nach Stuttgart bereits um 4:55 Uhr den Ulmer Hauptbahnhof in Richtung der schwäbischen Landeshauptstadt verließ. Trotz der kurzen Nacht und der daraus resultierenden Schläfrigkeit war die Stimmung bei einigen schon recht gut.

In Stuttgart angekommen, ging es dann vom Bahnhof aus mit der S-Bahn in Richtung Flughafen. Die lange Wartezeit vor dem Abheben der Germanwings-Maschine verging glücklicherweise relativ schnell.

Den anschließenden zweistündigen Flug nach Bilbao nutzten einige, um etwas Schlaf der vergangenen Nacht nachzuholen, während andere den Blick aus den Fenstern genossen und die Chance nutzten, die Welt einmal von oben zu betrachten.

Nach einem ereignislos verlaufendem Flug landeten wir in Bilbao, wo uns ein Bus durch die Hauptstadt der spanischen Provinz Bizkaia in Richtung unserer Unterkunft transportierte. Auf den ersten Blick machte Bilbao, das zu den zehn größten Städten Spaniens gehört, einen sehr schönen Eindruck, da wir unter anderem auch das architektonisch sehr anspruchsvoll erbaute Guggenheimmuseum zu Gesicht bekamen, das wir in dieser Woche auch noch von innen bestaunen sollten.

In unserer Unterkunft, der sogenannten Residencia Universitaria Blas de Otero, einer Art Studentenwohnheim, angekommen, hatten wir nun etwas Zeit, uns von den Reisestrapazen zu erholen und uns einzurichten. Wir waren in 2er- bzw. 4er-Zimmern untergebracht, von denen ein jedes mit einem Badezimmer und einem kleinen Kochfeld mit Spüle ausgestattet war.

Gegen 15:00 Uhr riefen uns die mitgereisten Lehrer Fr. Fürst und Hr. Brändle zu einer ersten kleinen Stadterkundung auf. Diese führte uns in die nur einige Fußminuten entfernte Altstadt Bilbaos, die Casco Viejo. Dort kamen wir zum Beispiel an der Catedral de Santiago vorbei, die wir uns später in der Woche noch einmal genauer ansehen würden.

Danach begann die Suche nach einem Restaurant oder einem Supermarkt, um unseren Hunger zu stillen oder uns mit anderen benötigten Dingen einzudecken. Dies erwies sich zunächst jedoch schwieriger als gedacht, da wir uns kaum auskannten und nicht jeder spanisch sprechen konnte, was die Kommunikation mit den oftmals auch baskisch sprechenden Einwohnern nicht gerade leichter machte.

Letztendlich kamen jedoch am Abend alle wieder gut in der Unterkunft an und zogen sich in ihre jeweiligen Zimmer zurück, in denen noch das ein oder andere Gespräch geführt wurde, bevor sich alle schlafen legten.

 

Montag, 21.09., Tagesausflug nach San Sebastián:

 Am Montagmorgen ging es für uns mit dem Bus nach San Sebastián, einer weiteren großen Stadt Spaniens, die etwa eineinhalb Autostunden östlich von Bilbao entfernt liegt. Dort fiel uns, wie schon am Vortag in Bilbao, auf, dass die meisten Wohnhäuser und Geschäfte einem ganz anderen Baustil zu Grunde liegen, als sie es zuhause in Deutschland oder Baden-Württemberg tun.

Es folgte ein kleiner Spaziergang durch die Stadt am Fluss entlang, der in San Sebastián ins Meer mündet.

Aus der Ferne konnte man bereits den Monte Urgull erblicken,  ein Berg auf dessen Spitze eine Jesusstatue thront. Dieser Anblick erinnerte etwas an den Zuckerhut in Rio de Janeiro, dem eine ähnliche Statue seinen Wiedererkennungswert verleiht. Im Folgenden erklommen wir den Berg, dessen Wege von zahlreichen Bäumen gesäumt waren. Oben angekommen mussten wir aufgrund der hohen Temperaturen erst einmal Luft holen, wurden jedoch gleich mit einer atemberaubenden Aussicht auf die Stadt und den Strand belohnt. Der strahlend blaue Himmel und die klare Sicht bis hin zum Horizont waren wie geschaffen für einige Selfies und Gruppenbilder.

Des Weiteren erklärten uns Hr. Brändle und Fr. Fürst, was es mit den zahlreichen Kanonen auf sich hatte, die heute immer noch an den Klippenrändern des Berges stehen. Diese wurden bis zum Ende des 19. Jahrhunderts dazu genutzt, um sich den Angriffen von beispielsweise französischen oder britischen Kriegsschiffen zu erwehren, damit diese die Stadt nicht angreifen oder gar einnehmen konnten.

Nachdem wir den Berg wieder verlassen hatten, durften wir in den folgenden Stunden die Stadt auf eigene Faust erkunden. Während es den ein oder anderen zum Strand zog, erkundeten manche auch noch das Stadtzentrum, um Einkäufe zu tätigen oder San Sebastián noch etwas näher kennenzulernen.

Am frühen Abend traf sich die ganze Gruppe an der Plaza de la Constitución, die neben dem Berg Urgull und der Kursaal-Brücke, an der Fluss und Meer zusammenfließen, eine bekannte Sehenswürdigkeit darstellt, um am Stadtstrand ein gemeinsames Picknick zu machen. Der Stadtstrand liegt an der Bucht La Concha, die wir schon vom Monte Urgull aus gesehen hatten. Die Bucht trägt diesen Namen, der ins Deutsche übersetzt „die Muschel“ bedeutet, da sie die groben Umrisse einer Muschel besitzt.

Nach dem Picknick wurde noch etwas Volleyball gespielt oder einfach die Aussicht auf das Meer genossen, ehe die Busfahrt zurück nach Bilbao einen schönen Ausflug in eine ebenso schöne Stadt abrundete.

 

Dienstag, 22.09., Guggenheimmuseum Bilbao:

An diesem Tag stand für uns ein Besuch im Guggenheimmuseum auf dem Programm. Das Gebäude, das mit etwas Fantasie einem Schiff ähnelt, wurde vom kanadisch-US-amerikanischen Architekten Frank Gehry entworfen und im Jahre 1997 nach vierjähriger Bauzeit fertiggestellt. Heute gilt das Museum als eine der größten Sehenswürdigkeiten Bilbaos und hat die Attraktivität der Stadt sehr erhöht.

Bereits vor dem Museum konnten wir zwei Skulpturen bewundern, zum einen eine riesige Spinnenskulptur, genannt „Maman“, und zum anderen den Hundewelpen „Puppy“, ein großes Konstrukt, dessen äußeres fast nur aus Blumen besteht, die in den verschiedensten Farben blühen.

 Im Inneren des Museums wurde uns relativ schnell klar, dass die Schwerpunkte der Ausstellungsobjekte eher weniger auf die Malerei bezogen sind, sondern sich vielmehr mit der Modernen Kunst des 20. Jahrhunderts beschäftigen.

Zum Zeitpunkt unseres Besuches waren die Kunstwerke der Künstler Jeff Koons, Jean-Michel Basquiat und Shahzia Sikander auf den drei Ebenen verteilt ausgestellt. Während sich Koons eher auf Skulpturen und dreidimensionale Objekte beschränkte, waren für Basquiat und Sikander eher abstrake und bizarre Bilder, die teilweise auch Symbole oder kleinere Texte implizierten, charakteristisch.

Die ausgestellten Kunstwerke trafen zwar nicht immer den Geschmack von jedem von uns, aber dennoch gab es einige Objekte, die zumindest den meisten sehr gut gefielen. Nach dem Museumsbesuch machten wir uns zu Fuß auf den Weg in Richtung der Markthalle Bilbaos und kamen dabei unter anderem am Bahnhof und dem Theater vorbei.

Die Markthalle, die von den Spaniern oft als La Plaza oder Mercado de la Riberia bezeichnet wird, ist die größte überdachte Markthalle Europas, in der normalerweise ein reges Treiben herrscht. Da wir allerdings um die Mittagszeit dort antrafen, hatten die meisten Stände bereits geschlossen, da zwischen 13:00 und 16:00 Uhr die obligatorische Siesta, eine Art Mittagsruhe, in Spanien stattfindet, während der die meisten Geschäfte geschlossen haben.

Deshalb entschlossen wir uns dazu, dort etwas zu Mittag zu essen und hatten dann den restlichen Tag Freizeit.

Diese verbrachten einige von uns in der Unterkunft, in der mit einem Billiardtisch, einem Tischkicker, einer Tischtennisplatte und einem kleinen Fitnessraum ein recht breites und kostenloses Freizeitangebot bestand.

Gegen Abend saßen wir noch zusammen auf der Terrasse oder zogen uns in unsere Zimmer zurück.

 

Mittwoch, 23.09., Stierkampfarena und Altstadt Bilbao:

Aufgrund einiger grauer Regenwolken mussten wir am Mittwoch unseren Zeitplan etwas umstellen: Statt eines Strandtages mit Surfkurs entschlossen wir uns dafür, noch einige Sehenswürdigkeiten in Bilbao zu besuchen.

Am Morgen besichtigten wir die Stierkampfarena Vista Alegre, die Platz für fast 15.000 Zuschauer bietet. Vor Ort erzählten unsere Lehrer uns etwas über die Tradition des Stierkampfes und erklärten uns zudem, wie ein Stierkampf normalerweise abläuft. Trotz der Gewalt und der  Schmerzen, die der Stier während des Kampfes mit dem sogenannten Torero erdulden muss, erfuhren wir außerdem, dass es den edlen Tieren, während der  Aufzucht, oftmals viel besser ergeht als anderen Zuchttieren.

Nachdem wir einige Zeit im kühlen Nass verbracht hatten, begaben wir uns ins Innere der Arena, um das dortige Museum zu begutachten. Dort hingen zahlreiche Gemälde an den Wänden, die Szenen von Stierkämpfen abbildeten, gefolgt von einigen Uniformen der Toreros bis hin zu ausgestopften Stierköpfen oder gar ganzen Tieren.

Im Anschluss daran folgte ein zweiter Besuch in der Markthalle. Da es zum Zeitpunkt unseres Eintreffens noch Vormittag war, konnten wir heute, im Gegenteil zum Vortag, die zahlreichen Fisch-, Fleisch-, Obst- und Gemüsehändler an ihren jeweiligen Ständen in Aktion sehen.

Nach einem kleinen Imbiss wurden uns wieder einige Stunden Freizeit gewährt, die wir größtenteils wie in den vergangenen Tagen verbrachten.

Gegen Abend trafen wir uns erneut im Casco Viejo, dem Altstadtviertel Bilbaos, das wir schon am Tag unserer Ankunft in Augenschein genommen hatten. Nachdem noch einige Souvenirs für zuhause erworben wurden, betraten wir die zwischen dem 14. Und 16. Jahrhundert erbaute Catedral de Santiago. Im Inneren bewunderten wir die im gotischen Stil erbaute Basilika, die unter anderem eine Orgel aber auch zahlreiche kleine Kapellen beherbergt.

Danach begaben wir uns zur Plaza Nueva, an der auch die Real Academia de la Lengua Vasca (Königliche Akademie der Baskischen Sprache) steht, eine Einrichtung, die der Pflege und Standardisierung der Baskischen Sprache dient.

Nur wenige Meter von der Akademie entfernt machten wir ein Pintxos-Restaurant ausfindig, in dem wir die baskische Spezialität genossen.

Und so ging ein zumeist zwar verregneter, aber dennoch schöner Tag in Spanien seinem Ende entgegen…

 

Donnerstag, 24.09., Strand- und Surftag in Portugalete:

Am Tag vor unserer Abreise konnte dank des guten Wetters endlich unser Surfkurs stattfinden.

Zunächst jedoch ging es für uns nach einer etwa dreißigminütigen Metrofahrt nach Portugalete, einer kleineren Stadt, die nordwestlich von Bilbao angesiedelt ist. Auf der Fahrt dorthin fielen uns einige leerstehende und teilweise auch eingefallene Fabrikgebäude auf. Diesbezüglich berichteten uns Fr. Fürst und Hr. Brändle, dass diese Region des Baskenlandes zur Zeit der Industrialisierung ähnlich wie das Ruhrgebiet gewesen sei, da auch hier in Nordspanien Rohstoffe wie Eisen abgebaut und weiterverarbeitet worden wären.

 Aufgrund dieser historischen Bedeutung besuchten wir auch das Rialia Museum, das sich mit der Geschichte und der Gegenwart der Region rund um den Fluss Nervión, der in Portugalete in den Atlantik mündet, beschäftigt. Auf drei Stockwerken wurde uns durch viele aufwendig erschaffene Gemälde und andere meist aus Eisen bestehende Ausstellungsobjekte die Veränderung der Gesellschaft, der Landschaft und der Rohstoffförderung zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert nähergebracht.

Nach Verlassen des Museums machten wir uns umgehend auf den Weg zur größten Sehenswürdigkeit der Stadt: die Puente Colgante („Hängende Brücke“). Bei der circa 40 Meter hohen Brücke handelte es sich jedoch nicht um eine klassische Hängebrücke aus Holz, sondern um eine aus Eisen bestehende Schwebefähre, bestehend aus einer Hochbrücke, an der eine Schwebebarke befestigt ist. Diese kann genutzt werden, um den Nervión sogar mit dem Auto zu überqueren. Seit dem Jahre 2006 ist das Bauwerk offiziell al UNESCO Weltkulturerbe anerkannt.

Einige von uns begaben sich per Aufzug auf die Brücke und genossen die Aussicht, während der Rest noch einige Zeit hatte, um durch die Straßen und Gassen der Stadt zu streifen.

Gegen Mittag machten wir uns dann an die Überfahrt, um ans andere Flussufer zu gelangen. Nach einer kurzen Erkundung der Küste ging es per Metro dann weiter in Richtung Strand, an dem unser Surfkurs stattfinden würde.

Dort wurden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Surfkurses erst einmal durch den Surflehrer begrüßt und mit Neoprenanzug und Surfbrett ausgestattet. Auf einige Trockenübungen am Strand folgte dann der Härtetest im kühlen Wasser. Während sich die Vielzahl von uns in den nächsten drei Stunden im Wellenreiten versuchte, verbrachte der Rest der Gruppe einen gemütlichen Nachmittag am Strand.

Nach Ende des sehr anstrengenden aber trotzdem spaßigen Surfkurses traten wir dann die Heimfahrt zurück nach Bilbao an.

In der Unterkunft packten wir unsere Koffer für den Rückflug am nächsten Tag und brachten unsere Zimmer noch etwas auf Vordermann, ehe wir uns in unsere Laken hüllten und schlafen gingen.

 

Freitag, 25.09., Heimreise/Schlusswort:

Am Tag der Abreise verließen wir gegen 9:00 Uhr unsere Unterkunft und begaben uns mit dem Bus in Richtung Flughafen.

Bei der Gepäckaufgabe am eher kleinen Flughafen überschritten selbst die Koffer unserer weiblichen Reisemitglieder, trotz einiger Einkaufstouren, das Maximalgewicht von 23 Kilogramm nicht (;D).

Bei strahlendem Sonnenschein hob unser Flugzeug in Richtung Stuttgart ab.

Dort absolvierten wir dasselbe Prozedere wie schon vor dem Hinflug nach Bilbao. 

Kurz vor 18:00 Uhr kamen wir nach einer langen S-Bahn- und Zugfahrt alle wieder heil in Ulm an, wo sich unsere Reisegruppe letzten Endes trennte und jeder seiner Wege ging.

 

Abschließend bleibt zu sagen, dass wir eine sehr schöne und interessante Woche in Nordspanien hatten und Bilbao und dessen Umgebung ein sehr attraktives Ziel für eine Studienfahrt ist. An dieser Stelle gebührt auch noch einmal den mitgereisten Lehrern Hr. Brändle und Fr. Fürst ein großer Dank, die unsere Reise sehr gut geplant und organisiert haben, uns sehr viel Freiräume gewährten, aber uns durch Auswahl guter kultureller Programmpunkte dennoch einiges über die Region des Baskenlandes beibringen bzw. etwas näherbringen konnten.

An sich war die Studienfahrt noch einmal eine sehr gute Gelegenheit, um etwas abzuschalten, bevor in einigen Monaten dann der Abiturstress beginnt. Des Weiteren machten wir noch einige wichtige Erfahrungen, beispielsweise, dass man sich in einem fremden Land trotz sprachlicher und kultureller Barrieren fernab von Eltern und Erziehungsberechtigten gut zurechtfinden kann. Eine Erfahrung, die wir hoffentlich noch lange mit der Erinnerung an eine schöne gemeinsame Woche in Spanien verbinden… 

Hannes Rieger, KS2