Eine Reise fürs Leben - unser Argentinienaustausch 2018
Voller Vorfreude machten wir uns, 35 Schüler des Hans und Sophie-Scholl Gymnasiums und des Albert-Einstein-Gymnasiums Ulm und unseren drei Lehrerinnen, am 11. Oktober 2018 auf den Weg in dieses besondere Land. Mit einem Zwischenstopp in Amsterdam erreichten wir am Morgen des nächsten Tages den Flughafen von Buenos Aires. Nach einer kurzen Busfahrt kamen wir in Temperley an der deutschen Schule an, wo wir mit einem leckeren Willkommensfrühstück herzlich von unseren Austauschschülern und deren Familien begrüßt wurden. Das folgende verlängerte Wochenende verbrachten wir direkt bei unseren Gastfamilien und lernten uns bei gemeinsamen Ausflügen besser kennen. Nach diesen ereignisreichen Tagen trafen wir uns am Dienstag in der Schule wieder und hatten uns schon viel zu erzählen. Mit viel Interesse erlebten wir den argentinischen Schulalltag hautnah mit und besuchten später auch die deutsche Grundschule und den dazugehörigen Kindergarten. Wir erfuhren, dass die Kinder schon sehr früh, teilweise sogar schon im Alter von zwei Jahren, eingeschult werden und von Anfang an Deutsch- und Englischunterricht bekommen. Allerdings ist eine Schulausbildung dort sehr teuer und nicht jedes Kind hat die Möglichkeit, eine Privatschule zu besuchen.
Die darauffolgenden Tage verbrachten wir damit, viele verschiedene Sehenswürdigkeiten in Buenos Aires zu besichtigen. Darunter waren beispielsweise das eindrucksvolle Teatro Colón, das uns alle sehr faszinierte, und der berühmte Obelisco, der im Zentrum von Buenos Aires auf der Avenida 9 de julio steht. Des Weiteren besuchten wir die Stadtteile Palermo und La Boca, ein Viertel, das sich durch seine vielen bunten Häuser auszeichnet, die wir auf zahlreichen Fotos festgehalten haben. Auch Kultur und Geschichte kamen in unserem Besichtigungsprogramm nicht zu kurz – wir besuchten das Museum der Evita, die bekannt wurde durch ihre Einführung der Frauenrechte in Argentinien. Gleich danach suchten wir den Friedhof „La Recoleta“ auf, wo viele bekannte Personen, darunter auch Evita und ihre Familie, in prunkvollen Grabstätten in Frieden ruhen. Des Weiteren lernten wir in einer Führung durch die ESMA viel über die letzte Diktatur in Argentinien. Die ESMA war eine frühere Militärschule, die später auch als Lager und Folterstätte für Leute, die andere politische Ansichten als die Regierung hatten, diente.
Am Freitagabend besuchten wir gemeinsam eine Tangoshow, um den typisch argentinischen Tanz auch mal live mitzuerleben. In der dritten Woche nahmen wir sogar selbst an einem Kurs teil und lernten gemeinsam mit sehr viel Spaß ein paar Grundschritte des Tangos.
Nach einem kurzen weiteren Wochenende trafen wir Deutschen uns am Sonntagmittag, um unsere fünftägige Reise nach Iguazú zu starten. Wir fuhren mit einem sehr komfortablen Bus und unserem begleitendem Reiseführer, der uns stündlich mit „Hola, hola, buen día, buen día“ begrüßte und uns viele spannende Informationen erzählte.
Das schöne Iguazú befindet sich am bekannten Dreiländereck, das Argentinien, Brasilien und Paraguay verbindet.
Zu dem wohl eindrucksvollsten Highlight unseres Kurztrips gehörten definitiv die Cataratas del Iguazú, die die größten Wasserfälle der Welt sind. Wir lernten sie sowohl von argentinischer als auch brasilianischer Seite kennen. Besonders blieb uns die durchnässende Bootstour entlang der Wasserfälle im Gedächtnis und die einheimischen Coatís, die uns den ein oder anderen Keks klauten und stolz vor unseren Augen verspeisten.
Außerdem besuchten wir den „Parque das Aves“ (Vogelpark) in Brasilien, wo wir viele exotische Tiere beobachten konnten. Auch den aufregenden Flying Fox in Paraguay werden wir nicht vergessen. Abends kamen wir stets mit zahlreichen Souvenirs und neuen Eindrücken in unser Hostel zurück, an das wir ebenfalls lustige Erinnerungen mitnehmen konnten. Dazu gehörten die mehr oder weniger komfortablen Sanitäranlagen (Duschwasser sehr kalt, dafür aber umso mehr warmes Wasser aus dem Wasserhahn) oder auch die nächtlichen Sprünge in den Pool, egal ob mit oder ohne Klamotten.
Auf der Rückfahrt dieser ereignisreichen und durchaus regnerischen Woche erkundeten wir noch die Mateplantagen. Mate ist ein argentinisches Heißgetränk, welches nicht aus dem landestypischen Alltag wegzudenken ist. Auch in unseren Familien war es ein fester Bestandteil der Mahlzeiten, die übrigens sehr viel später als in Deutschland stattfinden.
Die nächsten Tage unseres Austauschs verbrachten wir wieder bei unseren liebevollen und hilfsbereiten Gastfamilien und fieberten mit ihnen zusammen beim Fußballspiel mit.
Zu unseren letzten Aktivitäten gehörten die spaßige Kanufahrt in Tigre und der Besuch im EMAUS, dem Kinderheim in Buenos Aires, bei dem wir bei der Sortierung von Kleidern halfen, mit den Kindern spielten und ihnen etwas über Deutschland und unsere Kultur beibrachten. Nach einem abschließendem, sehr rührendem Konzert der argentinischen Kinder kehrten wir zum Kofferpacken in unsere Familien zurück. Der letzte Abend war von schönen gemeinsamen Erinnerungen und auch Wehmut geprägt.
Am 31. Oktober war es dann leider soweit: Wir verabschiedeten uns mit zahlreichen Tränen von unseren Austauschschülern und schlossen unsere Gastfamilien ein letztes Mal in die Arme.
Jedoch können wir mit Sicherheit alle sagen, dass diese Reise eine der besten unseres Lebens war und wir in vielen Hinsichten Neues dazugelernt haben. Nicht nur unsere Sprachkenntnisse verbesserten sich deutlich, wir wurden auch selbstständiger und vor allem aber veränderten diese drei einprägsamen Wochen unsere Sicht auf unser Leben enorm.
Wir schätzen das, was wir haben, nun mehr und erfreuen uns mehr an kleineren Dingen.
Alles in allem war diese Erfahrung sehr wertvoll und lohnenswert. Wir hoffen, unsere Austauschfamilien eines Tages wiedersehen zu dürfen und können jedem empfehlen, die Chance auf einen Argentinienaustausch zu ergreifen.
Mona Roth und Tosca Fuchs (KS 1)
Das sagen die Schülerinnen und Schülern über den Austausch 2018 und die Reise nach Argentinien (Zusammenfassung der Schüler-Antworten):
- So war es mit meinem Austauschschüler und in der argentinischen Familie:
„extrem freundlich und mühevoll“ „sehr offene, herzliche Beziehung zur Familie“ „wir konnten uns gut unterhalten“ „mega offen & lieb, voll gastfreundlich“ „manchmal sprachliche Schwierigkeiten“ „es war sehr lustig, die Eltern sehr herzlich“ „sehr herzliche Aufnahme, Hilfsbereitschaft und viel Mühe um das Wohl der deutschen Schüler“ „sie waren total herzlich und haben mich freundlich bei sich aufgenommen“
- Bei diesem Austausch habe ich folgende Erfahrungen gemacht:
„ganz, ganz viele neue Freunde gefunden, die ich alle sehr vermissen werde“ „Ich habe gelernt, dass Freundschaften über Grenzen und verschiedene Kulturen gehen können.“ „ich habe gelernt unseren ‚Luxus‘ in Deutschland zu schätzen“ „habe gelernt, dankbarer zu sein mit dem, was wir in Deutschland haben“ „kulturelle und soziale Differenzen gesehen“ „habe gelernt selbstständiger zu werden“ „neue Erfahrungen gemacht und mich neu entdeckt“ „ich habe viel über die Kultur Argentiniens (asado, mate, tango) gelernt“ „Buenos Aires kennengelernt“ „das Land ist wunderschön“ „viel Spanisch gesprochen und etwas gelernt“ „neue Sachen gemacht, gelernt und gegessen“ „…dass ich auf jeden Fall noch mal nach Argentinien gehe :)“ „Ich habe viel von der argentinischen Kultur und den zwischenmenschlichen Beziehungen mitgenommen, viele liebevolle Menschen kennengelernt, neue Erfahrungen gesammelt & daran gewachsen, an meiner Lebenssicht etwas verändert“