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Im Zeichen der Ökumene - Schülerinnen gestalten einen Gottesdienst zum Reformationsjubiläum

Freitagmorgen am 29. Oktober, es ist der letzte Schultag vor den Herbstferien: Nervös bereiten wir die letzten Requisiten für unseren Gottesdienst zur Feier des 500-jährigen Reformationsjubiläums vor. Jürgen Kordon setzt sich die Mitra auf, Andrea Mark spricht ein letztes Mal den Ablauf mit uns durch. Ziel des Gottesdienstes ist es, sich auf die Gemeinsamkeiten des Christentums zu konzentrieren und nicht die Unterschiede der Konfessionen zu betonen.

Wir Schülerinnen aus der Kursstufe 2 haben bei den Projekttagen des vergangenen Schuljahres den Gottesdienst gemeinsam gestaltet. Unterstützt und begleitet wurden wir dabei durch den katholischen Religionslehrer Jürgen Kordon und die evangelische Religionslehrerin Andrea Mark. Am Anfang des Projektes waren wir noch sehr unsicher und wussten nicht so recht, was auf uns zukommt. Schließlich hatten wir uns vorgenommen einen ökumenischen Gottesdienst vorzubereiten, der sowohl die evangelischen als auch die katholischen Schüler ansprechen sollte. Die beiden Religionslehrer gaben uns hierzu wichtige Denkanstöße, die zu Diskussionen in der Gruppe führten: Aktuelle Probleme der beiden Kirchen in der heutigen Gesellschaft wurden angesprochen, Parallelen zu Martin Luthers Zeit gefunden und schnell wurde allen klar, dass es nicht seine Absicht war die Kirche zu spalten. Somit war unser Thema für den Gottesdienst gefunden: die Einigkeit des christlichen Glaubens. Anfangs noch zögerlich besprachen wir einen ersten Ablauf und hatten am Ende der Projekttage eine Vorstellung von einer Rohversion des Gottesdienstes.

Mit dem Start in das neue Schuljahr fingen die Proben an. Manchmal war es nicht einfach Schule und Projekt unter einen Hut zu bringen, doch am Ende wollten sich alle die Zeit dafür nehmen. Die Generalprobe fand direkt vor dem Gottesdienst statt und keiner war sich sicher, ob alles nach Plan laufen würde.

7.30 Uhr, die ersten Schüler kommen ins Gotteshaus. Mit der musikalischen Unterstützung von Musiklehrerin Anni Lutz und dem Unterstufenchor, Herrn Kordons überzeugenden Schauspielkünsten als Papst, Frau Marks perfekter Organisation und nicht zuletzt durch unser Vertrauen in die eigenen Stärken und in unsere Gemeinschaft wird der Gottesdienst zu einem Erfolg: den einen oder anderen hat er sicher zum Nachdenken angeregt.

 

Noch tiefere Einblicke in die Reformation ermöglichte uns Andrea Mark, indem sie Professor Berndt Hamm, Professor für Theologie an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen, für einen Vortrag und eine anschließende Aussprache am 19. Dezember gewinnen konnte. In einer Doppelstunde zum Thema „Befreiung und Verteufelung - die zwei Gesichter der Reformation“ konnten alle interessierten Schülerinnen und Schüler aus der Kursstufe 2 dem renommierten Theologen Fragen stellen. Uns noch unbekannte Details zur Reformation, beispielsweise deren Verlauf, waren ebenso wissenswert wie die Beschreibungen der unterschiedlichen Richtungen der Reformationsbewegung, welche einander und die katholische Kirche verteufelten, was letztlich zur Radikalisierung führte. Auch über das Priestertum, die Predigt und die Bedeutung der Reformation in der heutigen Zeit wurde diskutiert. Besonders interessant war es für uns mehr über die Reformation in der näheren Umgebung zu erfahren. Und so haben wir über unseren Gottesdienst hinaus viele An- und Einsichten zum Thema Reformation erhalten und gewonnen, die viele Fragen beantworten konnten und damit einen mehr als gelungenen Abschluss unseres Projekts bilden.

Veronika Matichyna KS2 PAG/FAG